Stiftung für Entwicklungsfreundliche Diagnostik und Pädagogik

Die Entwicklungsfreundliche Beziehung nach Senckel / Luxen® (EfB)

Theorie

Die EfB bezieht sich theoretisch auf

  • das wachstumorientierte Menschenbild der humanistischen Psychologie
  • entwicklungspsychologische Erkenntnisse
  • die psychoanalytische und die personenzentrierte Theorie von der Entstehung psychischer Störungen sowie deren Konzepte zur Gestaltung entwicklungsfördernder Beziehungen
  • auf heilpädagogische Sichtweisen.

Das theoretische Gerüst der EfB lässt sich folgendermaßen umreißen:

  • Der Mensch ist daraufhin angelegt, seine in ihm schlummernden Potentiale zu entfalten. Ein wesentliches Entwicklungsziel bildet dabei die „Autonomie in sozialer Gebundenheit“, d. h. die Entfaltung und Integration der Selbstbestimmungsbestrebungen und der Bindungsbedürfnisse.
  • Die Entfaltung folgt entwicklungspsychologischen Gesetzmäßigkeiten. Dabei gelten zwei Prinzipien:
    1. Die verschiedenen Persönlichkeitsdimensionen und Kompetenzbereiche bilden sich bis zu einem gewissen Grad unabhängig voneinander heraus. Unterschiede in den Entwicklungsniveaus der einzelnen Dimensionen und Kompetenzen erscheinen als „differenzierter Entwicklungsstand“ und sind eine Folge der partiellen Unabhängigkeit.
    2. Die einzelnen Dimensionen entwickeln sich in partieller Abhängigkeit voneinander. Diese Abhängigkeit zeigt sich darin, dass sich die einzelnen Kompetenzbereiche gegenseitig beeinflussen. Beispielsweise bestimmt der Stand der sozio-emotionalen Entwicklung, wie weit Kompetenzen in anderen Persönlichkeitsdimensionen realisiert werden können, und umgekehrt. Folglich sind alle Dimensionen miteinander vernetzt.
  • Zwischenmenschliche Erfahrungen und die sozio-kulturellen Lebensumstände beeinflussen die Entwicklungsprozesse maßgeblich.
  • Die psychischen Verletzungen beeinträchtigen am stärksten die sozio-emotionale Entwicklung. Die Selbstentfaltungskraft erstarrt. Zudem bleiben unterschwellig die kindlichen Beziehungsbedürfnisse erhalten.
  • Die erstarrten Selbstentfaltungskräfte können durch ein professionelles Beziehungsangebot befreit werden, wenn dieses
    -- mögliche Re-Inszenierungen erkennt,
    -- anhand der Übertragungs- und Gegenübertragungsreaktionen die emotionalen Beziehungsbedürfnisse versteht
  • und sie im Rahmen der alltäglichen (oder auch therapeutischen) Beziehung angemessen beantwortet.
  • Dazu verhelfen die entwicklungspsychologischen Kenntnisse ebenso wie unterschiedlichste heilpädagogische Sicht- und Vorgehensweisen.

Die wieder aktivierten Selbstentfaltungskräfte bewirken primär eine sozio-emotionale Stabilisierung und Reifung (und somit eine Abnahme problematischer Verhaltensweisen), können aber auch die kognitiven Ressourcen wecken und zu einer erweiterten Weltbewältigung, also zum Erwerb neuer lebenspraktischer Fähigkeiten, führen. Insgesamt erhöht sich die Fähigkeit zur Autonomie in sozialer Gebundenheit.

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