Stiftung für Entwicklungsfreundliche Diagnostik und Pädagogik

Das entwicklungspsychologisch fundierte Diagnostikum BEP-KI

Erhebungsweise

Das BEP-KI-k und das BEP-KI-e können einzeln oder gemeinsam erhoben werden. Die SeB-Skala wird nur bei Bedarf erhoben.

  • Es ist möglich, einzelne, besonders interessierende Dimensionen auszuwählen.
  • Hinweis: Bei der Auswahl einzelner Dimensionen gehen wesentliche Aspekte der Einbettung in das Gesamtbild der Persönlichkeit verloren.

Sowohl für die Grundskala des BEP-KI-k als auch für die Erweiterungsfassung BEP-KI-e gibt es ein Abbruchkriterium. Die SeB-Skala enthält kein Abbruchkriterium.

Die Einschätzung geschieht durch dafür ausgebildete Personen evtl. gemeinsam mit

  • einem einzelnen Betreuer, der den Probanden gut kennt, oder
  • einem Betreuungsteam bzw. den wichtigsten Bezugspersonen.

Die Einschätzung kann in einer oder in mehreren kurz hintereinander stattfindenden Sitzungen erfolgen. In letzterem Fall müssen die einzelnen Dimensionen mit Papier und Bleistift ausgefüllt werden. Anschließend kann man die Erhebung zur Erstellung des Schaubilds in die digitale Version übertragen. Es wird dringend empfohlen, dass alle Einschätzungssitzungen dieselben Personen gemeinsam durchführen, um eine einheitliche Sichtweise des Probanden zu entwickeln.

Eine Einschätzung dauert zwischen 45 Minuten und 3 Stunden, abhängig von

  • der Anzahl der ausgewählten Dimensionen (nur BEP-KI-k oder auch BEP-KI-e)
  • dem Alter des Probanden
  • der Eindeutigkeit seiner Verhaltensweisen
  • der Anzahl der am Einschätzungsprozess beteiligten Personen
  • der Erfahrung des Einschätzers mit dem Instrument.

Auswertung und Interpretation

Auswertung und Interpretation liegen im Kompetenzbereich einer hierfür geschulten Fachkraft.

Die Grundlage für die Auswertung und Interpretation bilden die Schaubilder, die die Einschätzungsqualität für jedes Item darstellen. Sie lassen sich strukturell und inhaltlich auswerten. Die strukturelle Interpretation enthält Informationen zu folgenden Fragen:

Grundskala (BEP-KI-k und BEP-KI-e):

  • Welche Dimension ist am weitesten ausgereift, welche am stärksten zurückgeblieben?
  • Wie viele Verhaltensweisen werden besonders durch die emotionale Befindlichkeit und/oder durch situative Bedingungen beeinflusst oder treten unspezifisch „manchmal“ auf?
  • Wie weit sind die phasenspezifischen sozio-emotionalen (z. B. Urvertrauen) und kognitiven (z. B. sensomotorische Intelligenzentwicklung) Entwicklungsaufgaben gemeistert?
  • Wie gestaltet sich der pädagogische Bedarf (erkennbar an vielen roten Markierungen)? Und:
    • Sollte die SeB- Skala ausgefüllt werden?

Die inhaltliche Interpretation bearbeitet vertiefende Aspekte zum Bewältigungsgrad und der Ausprägung einzelner Entwicklungsthemen (z.B.: Affektregulierung, Selbstbeschäftigung, soziale Kompetenz, Norm- und Wertbewusstsein, Umgang mit Geld, Handlungsplanung, Nahrungsaufnahme, Verkehrssicherheit, Zeichnen und Schreiben).

Sie nimmt Bezug auf Zusammenhänge mit der Lebenssituation des Klienten und gibt ausführliche pädagogische Anregungen.

SeB- Skala – strukturelle Interpretation:

  • In welchen Altersabschnitten gründen die aktuellen Merkmale?
  • In welchem Ausmaß sind sie von der emotionalen Befindlichkeit bzw. von situativen Bedingungen abhängig?
  • Wie gestalten sich Häufigkeit und
  • die Intensität des Auftretens?

SeB-Skala – inhaltliche Interpretation:

  • Wie lassen sich die Items den nicht gemeisterten sozio-emotionalen Entwicklungsaufgaben zuordnen?
  • Welcher Zusammenhang mit der Lebenssituation oder Lebensgeschichte ergibt sich?
  • Welche entwicklungsfördernden Konsequenzen für den pädagogischen Umgang lassen sich daraus ableiten?
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