Stiftung für Entwicklungsfreundliche Diagnostik und Pädagogik

Die Entwicklungsfreundliche Beziehung nach Senckel / Luxen® (EfB)

Grundkurs

Ziele

  • Die Teilnehmer/innen setzen sich mit den theoretischen Konzepten, die der EfB zugrunde liegen, auseinander und erkennen, wie sich die verschiedenen theoretischen Ansätze wechselseitig ergänzen.
  • Sie erwerben die Fähigkeit, das sozio-emotionale, kognitive, lebenspraktische und lebensalterbezogene Bedürfnis- und Entwicklungsniveau einzuschätzen sowie problematische Aspekte der Persönlichkeit differenziert zu verstehen und in den Lebenszusammenhang einzuordnen.
  • Sie werden befähigt, entwicklungsfreundliche Beziehungsprozesse für Menschen mit Entwicklungsschwierigkeiten oder mit Intelligenzminderung zu planen, selbst durchzuführen und von anderen Personen gestaltete Prozesse beratend zu begleiten.


Inhalte

  • Entwicklungspsychologie: Sozio-emotionale Entwicklung, Entwicklung des Denkens, der Sprache, des Norm- und Wertbewusstseins, der Aggressionssteuerung, der Psychosexualität, der Angst und des Selbstwertgefühls; Einschätzung der Persönlichkeit in diesen Bereichen
  • Bindungstheorie, Bindungsstile; Einschätzung der Bindungsorganisation
  • psychoanalytische Modelle der Persönlichkeit und der Entwicklung psychischer Störungen; Einschätzung der psychischen Organisation, der emotionalen Stabilität und Vulnerabilität
  • Persönlichkeitsmodell der humanistischen Psychologie und personzentrierte Beziehungsgestaltung
  • unbewusste Einflussfaktoren auf die Beziehung: Übertragung und Gegenübertragung, Re-Inszenierung, Abwehr, Delegation etc.
  • die Peergroup, das Team der Mitarbeiter, das Lebensumfeld: als hemmende oder förderliche Faktoren
  • Arbeit an einem exemplarischen Beziehungsprozess, den jede/r Teilnehmer/in während des Kursjahres gestaltet oder bei einem Mitarbeiter beratend begleitet.
  • Evaluation des exemplarischen Beziehungsprozesses.

Didaktik

  • Die prozessorientiert gestalteten Arbeitseinheiten finden in Form von Dozentenvorträgen, erarbeitendem Gespräch, Erfahrungsaustausch, Selbstreflexion und Empathie-aktivierenden Angeboten statt.
  • Sie erfolgen im Plenum, in Kleingruppen, Lernpartnerschaften und als Individualarbeit.
  • 30% der gesamten Zeit wird im Halbplenum zur Supervision der von den Teilnehmer/innen eingebrachten Beziehungsprozesse genutzt.
  • Die Lerninhalte werden stets untereinander vernetzt und auf de exemplarischen Fall bezogen. So erweitert sich zunehmend das Verständnis für die Komplexität der vorgefundenen Situation und die Wirkungsweise der Interventionen.
  • Die Teilnehmer/innen dokumentieren in der Zeit zwischen den Kursabschnitten den Prozess ihrer Fallarbeit. Für die Teilnehmenden, die die Qualifikation als Mentor/in (Qualifikation zur Vermittlung des Konzeptes in der eigenen Einrichtung) anstreben, wird ein zusätzliches Abschlusskolloquium ca. drei Monate nach Kursende angeboten.


«Lauf' nicht, geh' langsam:
Du musst nur auf dich zugehn'!
Geh' langsam, lauf' nicht,
denn das Kind deines Ich,
das ewig neu geborene,
kann dir nicht folgen.»

Juan Ramón Jiménez


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